Der Pahl Peace Prize 2026 wird Dr. Maria Furtwängler verliehen – für ihr langjähriges Engagement für die Würde, den Schutz und die Stärkung von Frauen und Mädchen. Als Ärztin und gesellschaftlich engagierte Persönlichkeit setzt sie ihre Stimme gezielt ein, um auf Gewalt aufmerksam zu machen und strukturelle Ungleichheit sichtbar zu machen. Ihr Wirken steht für Menschlichkeit und die Überzeugung, dass sozialer Frieden dort beginnt, wo Menschen gesehen und gleichbehandelt werden.
Prägend für ihr Engagement waren unter anderem ihre Einsätze als ehrenamtliche Ärztin mit German Doctors in den Slums von Kalkutta, wo sie mit der Realität struktureller Gewalt konfrontiert wurde. Diese Erfahrungen führten zu einem tiefen Bewusstsein für globale Ungleichheit und Geschlechtergerechtigkeit als zentrale gesellschaftliche Frage.
Im Jahr 2011 initiierte sie gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth Furtwängler und mit Unterstützung von German Doctors das MaLisa Home auf den Philippinen – einen Schutzort für Mädchen, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden sind.
2016 gründeten Mutter und Tochter die MaLisa Stiftung, die sich für Gleichstellung, die Überwindung geschlechtsspezifischer Diskriminierung sowie für eine gerechte Darstellung von Frauen und Männern in den Medien einsetzt. In den folgenden Jahren wurde das Engagement um die Themen Klima- und Biodiversitätsschutz erweitert.
Die Stiftung arbeitet mit wissenschaftlichen Institutionen, Medien und Expertinnen und Experten zusammen, um gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen und Veränderungsprozesse anzustossen. Dabei steht die Überzeugung im Mittelpunkt, dass soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind.
In ihrer Ansprache betonte sie, dass Frieden dort entstehe, wo Menschenwürde verteidigt werde. Die Grundüberzeugung des Stifters, dass jeder Mensch Anspruch auf Achtung und Wertschätzung habe, begleite auch ihr eigenes Wirken. Sie berichtete von ihren Erfahrungen mit Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen und Mädchen weltweit und zitierte Eve Ensler mit den Worten: «Der grösste Krieg, der weltweit geführt wird, ist der Krieg gegen Frauen.»
Zudem sprach sie über die Bedeutung der MaLisa Stiftung, die sich für Gleichstellung, Klimagerechtigkeit und Biodiversität einsetzt. Gewalt gegen Frauen beginne dort, wo Menschen nicht mehr als gleichwertig angesehen werden, und die Zerstörung der Natur dort, wo ihr Eigenwert vergessen werde. Feminismus und Naturschutz seien daher enger miteinander verbunden, als es auf den ersten Blick erscheine.
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Textquelle: exclusiv.li
Bild © Silvia Abderhalden